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20.05.2012
12 Uhr (Anfänger) bzw. 13 Uhr (Fortgeschrittene) Schützengelände.
Wer Material braucht oder keinen Schlüssel hat, bitte 15 min eher am Tor.
Termine12.5.12/13.5.2012
AAE Verbandsmeisterschaft
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Anleitung zum Bau eines einfachen Pfeils
von Dennis Klein
Diese Anleitung richtet sich an Anfänger, die einfache und günstige Pfeile bauen möchten und ist auf das Wesentliche reduziert. Mit zunehmender Erfahrung lässt sich diese Basisanleitung in vielen Punkten variieren, um seinen Wunschpfeil zu basteln.
Die meisten Robins Kids basteln ihre Pfeile selbst und helfen Euch gern weiter!
Es werden folgende Materialien pro Pfeil benötigt:
1 Pfeilschaft (Kiefer oder Zeder)
3 geschnittene Federn (4“ oder 5“/Zoll)
1 Spitze - Feldspitze oder History Point
Heißkleber
Wasserfester Klebstoff, z.B. „Uhu-hart“
Bleistift
Nähgarn
Speiseöl (Olivenöl, Leinöl)
Um den Pfeil zusammenzubasteln, braucht man diese Geräte:
Befiederungsgerät oder zur Not Stecknadeln
Konusschneider
Fliesensäge
Kleine Holzsäge
Die benötigten Utensilien müssen zum Teil im Fachhandel bestellt werden (Schäfte, Federn, Spitzen, Befiederungsgerät und Konusschneider) oder sind im Baumarkt zu finden. Einiges davon ist auch im Verein vorhanden - sprecht die Materialwarte (Sabine und Alex) einfach an.
Kleine Materialkunde
Welches Material man genau braucht, hängt in erster Linie vom Bogen ab.
Jeder Bogen ist auf ein bestimmtes Zuggewicht und eine bestimmte Auszugslänge getillert. Diese Werte sind meist auf der Bogeninnenseite auf dem unterem Wurfarm kurz unterhalb des Griffbereichs angegeben.
Dort könnte es z.B. so heißen: 30 lbs/28“, 68“.
Das bedeutet: Der Bogen ist 68 Zoll lang und hat eine Wurfleistung von 30 Pfund bei einem Auszug von 28 Zoll.
Pfeilschäfte
Bei der Auswahl des Schaftes muss man sich nun nach der Pfundzahl des Bogens richten. Ein Pfeilschaft mit einem zu geringen Spine-Wert (Elastizität) kann im schlimmsten Fall zum Zerbrechen des Pfeils beim Abschuss führen (Verletzungsgefahr!!!) und ein zu hoher zu einer unsauberen Flugbahn.
Als Richtline gilt: Pfundzahl des Bogens + 5 Pfund.
Bei dem oben genannten Beispiel würde man also Pfeilschäfte mit einem Spine-Wert von 30/35 kaufen müssen. 30/35 deshalb, da die Schäfte meist nur in 5 lbs Abständen ausgewogen werden.
Als Pfeilschaftdurchmesser kommen i.d.R. 5/16 oder 11/32 in Frage und sind meist, abhängig vom Spine-Wert des Schaftes, vorgegeben.
Die Wahl zwischen Kiefer und Zeder hängt vom persönlichen Geschmack und dem Budget ab, da Zeder teurer ist.
Die Schäfte werden meist in zwei Längen angeboten, 28“ und 30-31“. Es sollte die längere Variante gewählt werden, kürzen kann man die Schäfte immer noch.
Spitzen
Für das Scheiben- und Tierbildschießen sollten Feldspitzen verwendet werden, da Blunt-, Kugel- oder gar Jagdspitzen das Scheibenmaterial mehr beanspruchen und auf Turnieren eh verboten sind.
Für den Anfang empfehlen sich einfache Steckspitzen mit Innenkonus. Der Durchmesser richtet sich nach den Schäften.
Federn
Für einen kürzeren 5/16 Pfeil sollten 4“ lange Federn verwendet werden, für längere, schwerere 11/32 Pfeile 5“ Federn. Kurze und flache Ferdern bremsen den Pfeil weniger ab, lange, hohe Federn führen jedoch zu einer stabileren Flugbahn, was bei schwereren Pfeilen wichtig ist.
Die Form ist beliebig, für das mittelalterliche Bogenschießen empfehlen sich jedoch mittelalterliche Federformen: Traditionell, Old English Style oder Indian Style…
Selbstverständlich Naturfedern z.B. Truthahn und keine Plastikfedern.
Kostengünstiger wird es, wenn man ungeschnittene Federn kauft und sie selbst zurechtschneidet oder stanzt. Aus einer vollen Feder kann man so 2-3 Federn schneiden.
Achtung: Die Federn müssen einheitlich rechts- oder linksgewunden sein!!!
Bauanleitung
So, genug der Theorie; jetzt wird gebastelt!
Zuerst wird der Schaft zum Befiedern vorbereitet.
1. Die Maserung am Pfeilschaft ausmachen. (Evt. mit Sandpapier anschleifen)
2. Mit einem Bleistift senkrecht zur Maserung in der Mitte einen Strich ziehen.
3. Senkrecht zur eben gezogenen Hilfslinie, also mit der Maserung, wird nun ein 3-4 cm langer dünner Strich auf dem Schaft gezogen
4. Der Schaft wird nun auf der quer zur Maserung verlaufenden Linie mit einer kleinen dünnen Holzsäge ca. 1 cm tief mittig eingesägt und anschließend mit der Fliesensäge noch mal nachgesägt. (Eine Fliesensäge ist ungefähr so dick wie eine Bogensehne, alternativ kann auch eine Laubsäge mit sehr dünnem Blatt verwendet werden.)
5. Die so entstandene Kerbe, genannt Nocke, kann nun noch mit Sandpapier oder kleinen Schlüsselpfeilen nachgefeilt werden.
Bevor der Pfeil befiedert wird, muss man nun noch den Pfeil seinem persönlichen Auszug anpassen. Dazu wird der Pfeil mit der Nocke an den Hals unterhalb des Kehlkopfes angelegt und der Schaft mit nach vorne ausgestreckten Armen und Händen festgehalten. Nun wird der Pfeil am Ende der Mittelfinger, evtl. um eine Spitzenlänge verlängert, markiert.
Dann wird der Schaft an dieser Markierung abgesägt.
Befiedern
1.Der Pfeil wird mit der Nocke nach unten in das Befiederungsgerät eingelegt. Dabei ist darauf zu achten, dass die auf dem Schaft gezogene Linie nach oben zeigt, damit auf dieser Linie die erste Feder geklebt wird. Diese Feder wird „Leitfeder“ genannt. Es hat sich als praktisch erwiesen, die Leitfeder andersfarbig als die beiden anderen Federn zu wählen, damit sich der Pfeil einfacher in den Bogen einlegen lässt.
Achtung: Die Leitfeder muß im 90° Winkel zur Nocke geklebt werden!
2.Die Feder wird in die Federklemme mit der flach zulaufenden Seite zur Pfeilspitze und dem Federkiel nach unten eingeklemmt. Anschließend wird der Federkiel der Länge nach mit dem Klebstoff bestrichen.
3.Die Federklemme wird in dem Befiederungsgerät so befestigt, dass die Feder ca. 3,5 – 4 cm vom äußeren Nockenende festklebt. Der Federkiel muss dabei auf seiner gesamten Länge mit dem Schaft Kontakt haben.
4.Der letzte Schritt wird noch zweimal wiederholt, wobei das Befiederungsgerät jeweils um eine Position im Uhrzeigersinn weitergedreht wird.
Falls kein Befiederungsgerät vorhanden ist, können die Federn zum Festkleben auch mit Stecknadeln am Schaft festgepinnt werden. Dazu muss sichergestellt werden, dass der Abstand zwischen jeder Feder immer 120° beträgt.
5.Jede Feder am vorderen Ende mit einem kleinen Klebeklecks extra fixieren, damit sich kein Stroh o.ä. unter die Feder schieben kann
Befestigen des Spitze
1. Das vordere Ende des Schaftes wird mit dem Konusschneider angespitzt. Achtung: Es gibt meist zwei Klingen an Konusschneidern, einen für Spitzen und einen für Plastiknocken. Es muss die Klinge genommen werden, die den flacheren Konus erzeugt.
2. Heißkleber mit Hilfe einer Kerze o.ä. erwärmen und auf der angespitzten Fläche sparsam verteilen.
3. Feldspitze mit der Zange greifen, über der Flamme erwärmen (dabei müssen evtl. Ölreste verbrennen). Kleber auf dem Holzschaft erwärmen, bis dieser Blasen schlägt.
4. Feldspitze zügig und unter Drehen auf den Holzschaft stecken, durch kräftiges Klopfen auf einer festen Unterlage zusätzlich Fixieren und anschließend unter kaltem Wasser abschrecken.
5. Überstehenden Kleber vorsichtig entfernen (Vorsicht: heiß!!!).
Abschluss
1. Direkt unterhalb der Nocke wird der Pfeilschaft auf einer Länge von 5 – 10 mm mit Garn umwickelt, um zu verhindern, dass die Nocke beim Abschuss aufreißt.
2. Unterhalb der Befiederung schreibt man sein Kürzel, um den Pfeil leichter zu erkennen. Ferner wird jeder Pfeil mit einem, zwei oder drei Ringen markiert. Es gehören immer drei Pfeile zusammen.
3. Um den Pfeil gegen Nässe zu schützen, muss der Schaft nun noch großzügig mehrmals eingeölt und gewachst werden. Alternativ kann natürlich auch Lack verwendet werden.
